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Die am meisten gestellten Fragen:

  1. Kilometer/Tag?
  2. Warum so lange?
  3. Warum per Fahrrad?
  4. vorher trainiert?
  5. müde geworden?
  6. bei jedem Wetter?
  7. Reifenpannen?
  8. Anzahl der Reifen, spezielle Reifen?
  9. sonstige Probleme am Rad?
  10. Ausrüstung?
  11. Strecke komplett geplant?
  12. Karten, Reiseführer?
  13. Fahrrad vor Ort gekauft oder mitgebracht?
  14. Was kostet das Rad im Flugzeug, wie geht das?
  15. Visa?
  16. reisen ohne Rückflugtickets?
  17. Was kostet das alles?
  18. Sponsoren?
  19. Krankenversicherung?
  20. Krankheiten?
  21. wo schlafen, wo sich waschen?
  22. wie sicher zelten?
  23. wo Sachen waschen?
  24. wie und wo einkaufen?
  25. spezielle Lebensmittel?
  26. woher und wieviel Wasser?
  27. überfallen, betrogen?
  28. Unfall?
  29. fremde Sprache?
  30. Lieblingsland?
  31. auswandern?
  32. Kommunikation mit Familie/Freunden?
  33. wo Handy laden?

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1. Wie viele Kilometer fahrt ihr pro Tag?

Das ist eine der typischsten Fragen. Darauf lässt sich nur schwer eine klare Antwort geben. Die gefahrenen Kilometer sind von etlichen Faktoren abhängig. In flachen Gebieten, bei gutem Wind, gutem Straßenbelag, guter Motivation, gutem Wetter usw. kann man leicht 100km am Tag fahren. In bergigen Regionen, Gegenwind, Schotterstrasse, anhaltendem Regen (...) kann man schon nach 10km die Nase voll haben. Dazu kommt, dass man sich weniger auf die gefahrenen Kilometer konzentriert, sondern viel mehr auf das, was man dabei sieht. Ist also die Strecke interessant, viel zu fotografieren, Ortschaften zu besuchen usw., dann kann sich die Fahrstrecke stark reduzieren. Der Weg ist das Ziel! Im Schnitt kann man vielleicht von 50km am Tag ausgehen.


2. Warum seid ihr so lange unterwegs gewesen?

Wenn man ein Land oder einen Kontinent per Fahrrad kennen lernen möchte, braucht man natürlich viel Zeit. Nur wenn man sich Zeit nimmt, hat man die Möglichkeit, ein Land richtig kennen zu lernen. Zum anderen ist das Teuerste einer solchen Reise die Anreise. Unterwegs ist es dann oft billiger als daheim.


3. Warum seid ihr ausgerechnet per Fahrrad unterwegs?

Eine Frage, die uns oft erstaunt gestellt wurde, gerade in Ländern, wo Benzin oder öffentliche Verkehrsmittel billig sind. Das Fahrrad ist für mich die beste Möglichkeit, sich unabhängig, individuell und nicht zu schnell fortzubewegen. Nur so bietet sich die Möglichkeit, Land und Leute reell kennen zu lernen, auch zwischen den Haltestellen der Verkehrsmittel, auf Strecken, wo keine Touristen hinkommen und spontan zu stoppen, wo es einem am besten gefällt. Bewegt man sich motorisiert fort, so neigt man automatisch dazu, nur von A zu B zu reisen und schnell größere Stücke zu überspringen. Das Fortbewegungsmittel Fahrrad eröffnet einem oft den ersten Zugang zu den Einheimischen und man entgeht den üblichen Vorurteilen, als reicher Tourist daher zu kommen. Nicht zuletzt ist es viel einfacher ein Fahrrad zum Beispiel nach Australien zu transportieren als etwa ein Motorrad. In China etwa ist das Führen von motorisierten Fahrzeugen von Ausländern komplett verboten. Alles in allem erlebt man mit dem Fahrrad das Land und die Leute, mit dem Bus nur die größeren Ortschaften, Hotels und Busbahnhöfe.


4. Habt ihr vorher trainiert, um solche Strecken mit dem Fahrrad zu fahren?

Nein. Ich habe noch nie vor einer Tour trainiert. Natürlich sollte man ein wenig sportlich sein und mit dem Fahrrad etwas anfangen können. Die nötige Ausdauer kommt mit der Zeit von allein. Bestes Beispiel ist sicherlich Debora, die noch nie in ihrem Leben an so eine Reise gedacht hatte und trotzdem diesen Schritt spontan gewagt hat. Sie hat ein Fahrrad und die nötige Ausrüstung gekauft (ohne zu wissen, was sie erwartet). Sie ist einfach aufgestiegen und losgefahren. Am Ende hatte ich Probleme mitzuhalten.


5. Seid ihr denn nie müde geworden?

Natürlich. Gerade auf so einer langen Reise kommt man öfters an seine Grenzen. In diesem Fall muss man anfangen, in anderen Dimensionen zu denken. Warum nicht einfach ein paar Tage pausieren? Mal was anderes machen, wenn's keinen Spaß macht dann eben per öffentliche Verkehrsmittel ein Stück überspringen. Außerdem sollte man sich kleinere Ziele setzen: Den Ort/die Sehenswürdigkeit, die man in 150km erreicht, nicht etwa das Endziel in 5000km. Bei solchen unüberschaubaren Zielen verliert man schnell die Motivation.


6. Seid ihr bei jedem Wetter mit dem Fahrrad unterwegs gewesen?

Nein. Es soll ja Leute geben, die mit solch einer großen Begeisterung Rad fahren. Wir haben uns bei schlechtem Wetter lieber anderes vorgenommen, wenn es die Situation erlaubte.


7. Wie viele Reifenpannen hattet ihr?

Auch eine sehr typische Statistikfrage. Das Zählen habe ich aufgegeben. Manchmal hatte ich wochenlang nicht ein einziges Loch im Schlauch, manchmal mehrere täglich. Das hängt von der Straße ab und noch viel mehr vom Alter der Reifen. Wenn man keine High-Tech-Reifen fährt, dann sollte man einfach rechtzeitig wechseln, ehe der Gummi zu dünn wird.


8. Wie viele Reifen habt ihr insgesamt gebraucht? Seid ihr auf speziellen Reifen gefahren?

Nach meinen Erfahrungen auf meiner ersten Reise bin ich von teuren Spezialreifen abgekommen. Ich war von der besonderen Haltbarkeit, die einen bis zu 10-fachen Preis rechtfertigen soll einfach nicht überzeugt. Stattdessen bin ich wieder mit billigen Reifen gefahren, da man ohnehin in vielen Ländern nichts anderes kaufen kann. Solche Reifen muss man ca. alle 3000-5000km wechseln. Man merkt es, wenn die Pannen zunehmen.


9. Was gab’s allgemein für Probleme mit dem Fahrrad?

Im Großen und Ganzen war ich mit meinem Rad sehr zufrieden. In China hatte ich mir in den Bergen einmal die Hinterradfelge durchgebremst. In Australien hatte ich anfangs mit abgenutzten Antrieben zu kämpfen, da ich aus mangelnder Erfahrung immer mit der ersten Kette gefahren bin. Auf meiner zweiten Reise bin ich ohne Federgabel losgefahren, da sich diese hauptsächlich als Ballast herausgestellt hatte. Meine XT-Bremse musste ich gegen eine normale Deore-Bremse tauschen, ich würde diese Bremsen nicht mehr empfehlen. Das leidige Problem mit seitlich reißenden Reifen führe ich auf zu schmale Felgen zurück. Es trat bei meinem neuen Rad nicht mehr auf.


10. Welche Ausrüstung hattet ihr dabei?

Lest dazu bitte hier.


11. Habt Ihr die Fahrtstrecke vorher komplett durchgeplant?

Nein. Oftmals ändern sich Pläne und Vorstellungen ohnehin. natürlich macht man sich vorher eine ungefähre Vorstellung von der Reiseroute aber man richtet sich öfters nach Empfehlungen und Hinweisen von Personen, die man unterwegs trifft.


12. Habt ihr Vorher für alle Regionen Karten und Reiseführer besorgt?

Nur teilweise. Das geht schon allein des Gewichts wegen nicht und man plant ja seine Reise nie so konkret. In manchen Ländern in Asien und Südamerika ist es nicht immer einfach eine gute Karte zu bekommen. Zum Beispiel für China macht es Sinn, sich vorher gut einzudecken, denn im Land ist das recht schwierig. Gute Karten bekommt man gerade in China oft nur in der Provinzhauptstadt und dort dann auch nur für die jeweilige Provinz. In Bolivien war es nicht möglich eine Karte von Peru zu finden, genauso wenig wie in Argentinien eine für Bolivien. Selbst große Buchläden sind dort oft ratlos. Reiseführer und Sprachführer sind meist leichter zu finden und können auch oftmals in Hostels getauscht werden.


13. Habt ihr eure Fahrräder vor Ort gekauft oder von zu Hause mitgebracht?

Ein Reiserad, auf das man sich verlassen kann, benötigt beim Bau ein wenig Zeit. Wir haben unsere Räder zu Hause zusammengebaut und ich würde es auch niemandem anders empfehlen. In vielen Ländern ist es schwierig, passende Teile zu besorgen oder es nimmt viel Zeit in Anspruch. Gebrauchte Fahrräder kann man schwer einschätzen und diese werden kaum persönlich zu einem passen. Der Transport im Flugzeug ist dagegen fast immer problemlos und oftmals kostenlos.


14. Was kostet der Transport von Fahrrädern im Flugzeug und wie funktioniert das?

Das ist abhängig von der Airline und von der Flugstrecke. Achten sollte man dabei darauf, wie viele Kilos Freigepäck die Airline auf der entsprechenden Flugstrecke erlaubt und man sollte sein Fahrrad schon bei der Buchung mit anmelden. Bei Flügen nach/über Amerika hat man normalerweise 2 Stücke á 32Kg inklusive, was ein Fahrrad problemlos kostenlos mit einschließt. Bei Flügen nach Australien dagegen hat man oft nur 20Kg inklusive, wobei man sich vorab bei der Airline informieren sollte. Denn hier kann jedes Kilo Übergewicht teuer werden. Gute Erfahrungen habe ich dort mit Qantas und Air New Zealand gemacht, die mein Rad immer problemlos kostenfrei transportiert haben. In jedem Fall ist es ratsam, rechtzeitig, möglichst als Erster am Check-in zu stehen, da die Airline dann noch alle Kapazitäten offen hat. Außerdem sollte man mit Zubringer-Flügen vorsichtig sein, da diese oft für die Anschluss-Airline mit verantwortlich sind und dann sicherheitshalber von jeglicher Kulanz absehen. Eine sichere Variante sind Festpreise für Fahrräder, meist bei Billig-Airlines der Fall. Dort zahlt man normalerweise pro Strecke einen festgelegten Preis (15-30 Euro), hat dann aber die Garantie, sein Rad problemlos mitnehmen zu können. In den meisten Fällen muss man sein Fahrrad in eine Kiste packen (Karton, im Radladen erhältlich). Dazu muss man Räder, Lenker und Pedale (vorher lösen!) demontieren und die Luft aus den Reifen lassen. Die Kiste gibt man direkt am Check-in ab und bekommt sie nach dem Flug am Gepäckband oder an einer Gepäckausgabe für Übergroße Stücke zurück.


15. Welche Visa habt ihr gebraucht?

Infos zu den Visa findet ihr hier. In Südamerika habe ich als Deutscher keinerlei Visa gebraucht. Man bekommt bei der Einreise üblicherweise 3 Monate in den Pass gestempelt. Ansonsten muss man sich vorab erkundigen und möglichst rechtzeitig beantragen.


16. Wie konntest du ohne Rückflugtickets reisen?

Das ist zugegebenermaßen oftmals ein Problem. Viele Länder fordern bei der Einreise offiziell ein Ticket zur Aus- oder Weiterreise. Allerdings wird diese Forderung so gut wie nie durchgesetzt, was man natürlich vorher nicht mit Gewissheit sagen kann. So kommt man oft in die Verlegenheit, mit Reisebüro oder mit der Fluggesellschaft diskutieren zu müssen, ehe man seine Reise antritt. Am sichersten ist es, sich vorab bei der Botschaft des entsprechenden Landes zu befragen. Ich musste bspw. meinen Flug nach Australien kurzfristig umbuchen, weil mich die erste Airline nicht mit one-way-ticket fliegen lassen wollte. Die Auskunft der australischen Botschaft war dagegen eindeutig positiv. Notfalls sollte man immer den Nachweis für möglichst viele finanzielle Mittel vorlegen können, auch Kreditkarten sind hilfreich. Bei meinem Flug von Australien nach Chile kam ich nicht umhin, einen Flug aus Südamerika heraus zu buchen, ohne dass ich diesen je gebraucht hätte. Laut Angabe des Chilenischen Konsulates in Sydney war dies zur Einreise unbedingt erforderlich, gefragt hat allerdings nur die Airline beim einchecken. Da mein Aufenthalt in Südamerika jedoch länger als 1 Jahr werden sollte, man jedoch Flugtickets nur für 12 Monate im Voraus buchen kann, entschloss ich mich, einen Flug von Maracaibo/Venezuela nach Miami/USA zu buchen. Nach einiger Geduld hielt sich American Airlines zum Glück an das Versprechen, den Flugpreis bei Stornierung zu erstatten. Man muss also bei solch einer "Fake-Buchung" darauf achten, dass der Flug zu 100% erstattet werden kann. Allerdings bin ich NIE bei der Einreise in ein Land nach einem solchen Ticket gefragt worden.


17. So eine Reise muss doch ein Vermögen kosten. Wie finanzierst du das?

Das Teuerste an so einer Reise sind Flüge, die Ausrüstung und evtl. Visa. Darüber hinaus ist die Lebenshaltung auf einer Fahrrad-Reise oft sehr gering. Obwohl das von Land zu Land unterschiedlich ist, kommt man oft zu ähnlichen Ergebnissen. In teureren Ländern wie z.B. Australien, Neuseeland habe ich mich fast immer aufs Zelten und selbst kochen beschränkt. Solche Länder sind meist sicher und die Supermärkte bieten alles, was man braucht. In billigeren Ländern wie z.B. Thailand, Argentinien ist es sehr erschwinglich, essen zu gehen oder hin und wieder in einem Hotel abzusteigen. Insgesamt kann man mit ca. 5 Euro/Tag für Lebenshaltung rechnen. Dazu kommen Kosten für Anreise, Visa, Versicherung und sonstiges wie z.B. Internet, Telefon, Eintrittspreise usw. Finanziert habe ich das immer durch eigene Ersparnisse.


18. Hattet ihr Sponsoren?

Nein. Ich hatte ein paar Vergünstigungen bei Händlern für meine Ausrüstung, weiter nichts. Sponsoren erwarten oftmals ständige Berichterstattungen, Testergebnisse oder Zuarbeit. Außerdem ist man in seinen Entscheidungen eingeschränkt, muss sich an bestimmte Reiserouten halten oder bestimmte Leistungen vollbringen. Das widerspricht sich mit meinen Vorstellungen.


19. Hattet ihr eine Krankenversicherung, wenn ja welche?

Ja. Nach meiner Erfahrung mit einem gebrochenen Bein in Australien und den damit verbundenen Kosten (insgesamt fast 10.000 Euro für Helikopterflug, Krankenhaus, OP, Nachbehandlung), habe ich mich wieder für eine Krankenversicherung entschieden. Debora hatte keine, da in Südamerika die Behandlung zum Großteil kostenfrei ist (dann aber miserabel). Ich hatte ein günstiges Angebot bei TroTrip. Beachten muss man hierbei, dass nur wenige Versicherer ein Angebot für eine längere Dauer haben.

20. Hattet ihr mit Krankheiten zu kämpfen, wie beugt man vor?

In Australien hatte ich mir das Bein gebrochen, was man nicht wirklich als Krankheit bezeichnen kann. In Laos hatte ich Malaria. Trotz der regelmäßigen Einnahme von Malaria-Prophylaxe hatte mich diese unangenehme Tropenkrankheit erwischt. Vorbeugen kann man nur durch die vor Ort gängigen Prophylaxe-Medikamente (am besten im Land/Region erkundigen!) und möglichst wenige Mückenstiche. Frühzeitige Erkennung ist alles. Die Heilung ging mit neuartigen chinesischen Medikamenten erstaunlich schnell. In China hatte ich befürchtet SARS zu haben, habe das aber nie getestet. Das wohl häufigste und normalste Problem sind Magen-Darm-Erkrankungen, mit denen ich in Asien und wir in Südamerika zu kämpfen hatten. Vorbeugen kann man nur schwer, denn man muss ja essen. Besonders in Peru waren die hygienischen Bedingungen teilweise so schlecht, dass wir nur von einer Infektion in die nächste kamen. Da lässt es sich manchmal nicht vermeiden, auf Antibiotika wie Cyprofloxacin zurückzugreifen. Was Schutzimpfungen angeht, sollte man sich vorher genau erkundigen.


21. Wo habt ihr geschlafen, wenn sich kein Hotel oder Zeltplatz geboten hat, wo habt ihr euch dann gewaschen?

Zuerst muss man sich im Klaren sein, dass man mit einem sehr einfachen Lebensstandard zurechtkommen muss. In Südamerika mussten wir uns aus Gründen der Sicherheit oft darauf einstellen, in Hotels abzusteigen oder einen sicheren Zeltplatz zu finden. Das bedarf natürlich ein wenig Planung. Ansonsten habe ich hauptsächlich wild gezeltet, was mir persönlich auch besser gefällt. Waschen muss man sich dann bei Gelegenheit oder auf notdürftige Weise. Wenn wir keine Dusche finden konnten (z.B. an Tankstellen) oder wir nirgendwo baden konnten, haben wir uns mit einem Wassersack geholfen, den man einfach irgendwo füllt und später als Dusche an einen Baum hängt.


22. Wenn ihr wild zeltet, wo zeltet ihr sicher?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Zunächst muss man abschätzen, ob die Region alles in allem sicher genug zum zelten ist. Das musste ich in Südamerika erst lernen. Ich würde es nach meiner heutigen Ansicht niemandem empfehlen, in der Küstenregion von Venezuela zu zelten. Auch Peru, Brasilien, Bolivien und Argentinien haben gefährliche Gebiete, wo man das wilde Zelten komplett meiden sollte. Ansonsten ist man beim Wildzelten noch am ehesten dort sicher, wo man nicht entdeckt wird. Man sollte dabei besonders beim Suchen eines geeigneten Zeltplatzes darauf achten, dass man möglichst unauffällig bleibt. In Asien spielt weniger die Gefahr eine Rolle, dort wird man nur manchmal ungewollt zum Zentrum des Interesses and findet vor lauter Besuchern keine Ruhe. Australien, Neuseeland und Europa sind generell sicher zum wilden zelten, man sollte jedoch dicht besiedelte Gebiete meiden, um niemanden zu belästigen. Zeltplätze sind abgesehen vom Kostenfaktor nur dann sinnvoll, wenn sie nicht nur eine scheinbare Sicherheit bieten. Diebe bewegen sich natürlich am ehesten dort, wo sie Touristen erwarten und wo sich diese zu sicher fühlen. Der Nachteil beim wilden Zelten ist natürlich das Fehlen von Wasser/Dusche/Toilette und der Fakt, dass man oftmals am Morgen verschwinden muss, um niemandem lästig zu werden.

23. Wo habt ihr eure Kleidung gewaschen?

In Südamerika waren wir oft in Hotels oder auf Campingplätzen. Dort konnte man immer recht schnell seine Sachen von Hand waschen. Waschsalons haben wir nie in Anspruch genommen, das lohnt sich bei den paar Sachen die man hat ohnehin nicht. Ansonsten findet man vielerorts Möglichkeiten zum waschen. Z.B. Wasserhahn an der Tankstelle, Waschbecken an öffentlichen Toiletten oder einfach in einer Schüssel mit dem Wasser aus dem Fluss. Alternativ kann man etwas Wasser in einen wasserdichten Plastikbeutel füllen, ein paar Sachen zusammen mit Seife dazu, dicht zuknoten und dann von außen per Hand waschen.


24. Wo seid ihr einkaufen gegangen, wo habt ihr die Räder gelassen?

Das ist von Land zu Land verschieden. In den westlichen Ländern kommt man natürlich im Supermarkt am billigsten. Dort habe ich oft mein Rad einfach voll bepackt vor der Tür oder im Vorraum stehen gelassen. Dabei bieten sich große Fensterscheiben an, durch die man sein Rad vom Inneren beobachten kann. Mir ist dabei noch nie etwas gestohlen worden. In Asien sind Supermärkte praktisch nicht existent. Dort kauft man normalerweise an kleinen Läden, Märkten und Ständen an der Straße ein und muss sein Rad nicht aus den Augen lassen. In Südamerika haben wir oft unsere Räder im Hotel gelassen oder mussten uns aufteilen. Da hat man natürlich zu zweit den großen Vorteil, dass immer einer bei den Rädern bleiben kann. Manchmal konnten wir auch unsere Räder im Supermarkt einstellen und dann ungestört einkaufen. Generell gesagt ist man immer sicherer, nicht direkt im Zentrum einzukaufen.

25. Habt ihr euch mit speziellen Lebensmitteln versorgt, um diese körperlichen Leistungen erbringen zu können?

Nein. Wir haben uns immer ganz normal ernährt, mit Lebensmitteln, die man eben unterwegs kaufen konnte. Generell isst man natürlich mehr als im normalen Alltag und man muss gerade in ärmeren Ländern auf die Qualität der Nahrung achten. Auf langen, ausdauernden Strecken in Australien habe ich öfter auf diverse Energiegetränke zurückgegriffen, um bei Kräften zu bleiben und nicht allzu sehr zu dehydrieren.


26. Wie habt ihr euch unterwegs Wasser besorgt und wie viel musstet ihr dabei haben?

Wasser bekommt man fast überall, wo Menschen leben. Am einfachsten geht das an Tankstellen, öffentlichen Toiletten, Restaurants, manchmal außen an Häusern, Kirchen, Friedhöfen oder einfach fragen. Aber nicht in allen Ländern kann man das Wasser einfach aus der Leitung trinken. Dazu hatte ich einen Wasserfilter dabei oder habe es abgekocht oder wir haben Wasser gekauft. Wie viel man auf dem Rad transportiert hängt natürlich davon ab, wie lang die Strecke ist, ehe man Neues besorgen kann. Oftmals reicht die Füllung der Flaschen am Rad, manchmal muss man mehr (am besten in PET-Flaschen) transportieren. In Australien hatte ich streckenweise bis 20 Liter auf dem Rad (2 Kanister á 5l, 2 Wassersäcke á 4l, 3 Flaschen am Rad).

27. Seid ihr je überfallen oder betrogen worden?

Zum Glück haben wir nie ernsthafte Probleme auf Reisen gehabt. Radreisende machen normaler Weise nicht den Eindruck als hätten sie besonders viele Wertgegenstände bei sich. Das ist natürlich auch wieder in jedem Land anders. Besonders in Südamerika wird man als Europäer generell als reich identifiziert (was nicht unbedingt falsch ist), während ich in Asien fast nur unvoreingenommenen Menschen begegnet bin. In den westlichen Ländern hingegen wird man entweder etwas belächelt oder mit Ehrfurcht betrachtet. Generell gesagt ist man außerhalb größerer Ortschaften sicherer, man sollte sich aber immer, und besonders in Südamerika, mit Vorsicht bewegen. Überfallen worden sind wir im Zentrum von Caracas/Venezuela, konnten aber zum Glück unbeschadet entkommen. Betrügereien begegnet man oft als naiver, westlicher Tourist. Mehr jedoch leider wieder in Südamerika. Gerade als Europäer muss man dort lernen, sich bestimmt auszudrücken und in manchen Fällen seine guten Umgangsformen zurückzulassen.


28. Ihr seid tausende von Kilometern auf den Straßen fremder Länder unterwegs gewesen. Habt ihr je einen Unfall gehabt?

Zum Glück nicht. Wir sind in allen Ländern skrupellosen Verkehrsteilnehmern begegnet und hatten natürlich hin und wieder nervenaufreibende Situationen. Radfahrer werden oft nicht als vollwertige Verkehrsteilnehmer akzeptiert und nicht ausreichend respektiert. Von daher haben wir immer versucht, verkehrsreiche Straßen zu meiden, was leider nicht immer möglich ist. In Venezuela ging es so weit, dass ich mir eine lange Fahne als Abstandshalter links ans Rad binden musste.


29. Wie seid ihr in Ländern klargekommen, wo ihr die Sprache nicht versteht?

Das ist in den meisten Ländern der Fall und macht für mich gerade den Reiz einer solchen Reise aus. Natürlich kommt man in Ländern dessen Sprache man beherrsch leichter zurecht, doch spannender ist es, wenn man improvisieren muss. Ich habe immer versucht, wenigstens die wichtigsten Worte der jeweiligen Sprache zu lernen wie z.B. Zahlen, bitte, danke, wie viel kostet, wo ist, ein paar Lebensmittel usw. Das erweist sich als äußerst hilfreich und kommt natürlich bei den Einheimischen gut an. Darüber hinaus hatte ich z.B. in China einen Sprachführer, bei dem man auf die jeweiligen Übersetzungen deuten kann. Am Schluss blieben dann oft nur noch Hände und Füße. Zwar wird Englisch allgemein als Weltsprache angesehen, ist aber in der Praxis gerade in Asien oder Südamerika fast nie gebräuchlich. In Südamerika hatte ich das große Glück, Debora an meiner Seite zu haben, wodurch ich ganz andere Einblicke gewinnen konnte.


30. Welches Land hat dir/euch am besten gefallen?

Diese Frage ist für mich nicht leicht zu beantworten. Jedes Land hat seine eigenen Reize und ist auf seine Weise schön. Dazu kommt, dass die Einschätzung oft durch sehr persönliche Erlebnisse beeinflusst wird. Australien und Neuseeland werden mich besonders wegen der beeindruckenden Natur immer wieder begeistern, Malaysia und Thailand besonders wegen der Menschen. Unvergesslich war meine Zeit in China, ein Land, das mich voll in seinen Bann genommen hat. Von Argentinien und Brasilien hätte ich gern noch viel mehr gesehen. Zu Peru und Venezuela müssen wir leider sagen, dass wir dort so schnell nicht wieder hin zurückkehren möchten.


31. Hat euch ein Land so gut gefallen, dass ihr dorthin auswandern würdet?

Leider kann man sich beim Auswandern nicht nur nach dem Gefallen richten. Ein Land zu bereisen und dort zu leben sind zwei verschiedene Dinge. Wenn man auswandern will, muss man hauptsächlich daran denken, wovon man dort lebt. Daher ist es besonders in wirtschaftlich schwachen Ländern eine schwierige Angelegenheit. Unser beider Traum schlummert noch immer in Neuseeland.


32. Wie seid ihr mit der Familie/den Freunden in Kontakt geblieben?

Im Zeitalter des Internets erübrigt sich diese Frage fast. Besonders in Südamerika und Asien sind Internetcafes spottbillig und schnell. Außerdem empfehle ich die Kommunikation per Mobiltelefon (GSM). Dazu benötigt man ein Tri-Band oder besser Quad-Band Handy mit einer SIM-Karte (am besten PrePaid da ohne monatliche Kosten), die "international roaming" erlaubt. Damit kann man überall dort, wo Netz anliegt (in den meisten Ortschaften), recht günstig SMS senden und empfangen.

33. Wo habt ihr euere Handys/Digitalkamera etc. aufgeladen?

In Internetcafes, Kneipen/Restaurants, Hotel/Campingplatz, Touristeninformation, Museum usw. Wo immer sich die Möglichkeit bietet.

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