Startseite
Touren Weltkarte
Ekki
Gästebuch
Forum
Südost-Asien
Klicke auf die Karte, um Fotos zu sehen...

Bali | Malaysia | Thailand Süd | Thailand Nord | Laos

Der Flug musste in Denpasar/Bali unterbrochen werden, da irgendetwas mit dem Anschluss nicht stimmte. Also musste ich samt Fahrrad-Kiste und Gepäck aussteigen. Beim Checkout empfing mich unüblicher Weise das Militär mit Maschinengewehr im Anschlag. Wenige Tage zuvor hatte hier der grausame Bombenanschlag stattgefunden und dementsprechend leer war auch das Hotel, in welches man mich verfrachtet hatte. Allerdings kam mir ein Hotel mit Pool und Essen inklusive als Empfang in Asien sehr gelegen. So konnte ich ganz entspannt erste Eindrücke sammeln und meine neue Kamera ausprobieren.

Am 29.11.2002 erreichte ich den Stadtstaat Singapur bei nächtlicher Hitze. Wieder einmal konnte mich die Atmosphäre der Metropole nicht beeindrucken und ich bevorzugte es, auf schnellstem Weg nach Malaysia zu flüchten - immerhin 50 km durch die Großstadt. Die Hitze der Tropen bedeutete eine große Umstellung, sodass ich anfangs nur schleppend vorankam. Was meine Ernährung anging stand ich ebenfalls auf verlorenem Posten - ganz zu schweigen von der Verständigung. Die Straße an die Ostküste Westmalaysias führte mich durch tropischen Regenwald, vorbei an kleinen Dörfern mit Bambushütten. Hier und da sprangen kleine Affen von Baum zu Baum und langsam stieg meine Begeisterung für dieses Land. Auf dem Weg nach Norden traf ich Jan, ein Radfahrer aus Berlin. Zusammen entdeckten wir die schönsten Flecken der Ostküste mit all ihren kulinarischen Vorzügen. Da im Islam zu dieser Zeit gerade das Fest zum Ende der Fastenzeit begangen wurde, erlebten wir eine rührende Gastfreundschaft im ganzen Land. Insgesamt überraschte mich Malaysia mit seiner übergreifenden Toleranz zwischen allen ethnischen und religiösen Gruppen. Dass Malaysier mit Chinesen, Indern und Thais (...) völlig selbstverständlich zusammenleben und Moslems mit Hindus, Christen und Buddhisten Feste feiern sollte uns zu denken geben und ein Vorbild sein.

Jan konnte sich von den tropischen Inseln Malaysias nicht trennen, also überschritt ich am 11.12.2002 die Grenze nach Thailand wieder allein. Die Kultur wechselte hier langsam von Islam zu Buddhismus, von Moscheen zu Tempeln also. Meiner Begeisterung konnte das nichts abtun und ich verzettelte mich ein wenig entlang der Kokospalmen-Strände auf dem Weg nach Bangkok. Am 29.12. erreichte ich die Hauptstadt Thailands, ein nie enden wollendes Verkehrsmonster am Golf von Thailand. Hier schienen sich alle Fäden der Südost-Asiatischen Wirtschaft zu treffen, hier landeten die meisten Touristen der Region. Das Neujahrsfest wurde hier groß zelebriert, auch wenn es nur Brauch weniger Thais ist. Ich atmete auf, nachdem ich die Tore der Stadt verlassen hatte. Nicht nur wegen des Smogs, sondern auch, weil sich in den Bergen im Norden Thailands das Klima merklich abkühlte. Gerade deswegen ist Chiang Mai im Nordwesten Thailands ein beliebter Zufluchtsort für ungeübte Tropen-Besucher. Ich hatte geplant, nördlich dieser Stadt die Grenze nach Myanmar zu überqueren. Das war leider nicht möglich, da die Grenze wegen einiger Unruhen und Gefechte auf der burmesischen Seite bereits seit acht Monaten geschlossen war. Also wählte ich als Alternative den Übergang zwischen Mae Sai und Tachiliek weiter östlich. Nach einiger Diskussion kam ich über die thailändisch/burmesische Grenze - eher durch Zufall - ohne Zahlung der 200 US$. Jedoch kam ich am nächsten Tag nicht weiter als bis zur nächsten Straßensperre. Mein individuelles Transportmittel und der fehlende Stempel im Pass waren offenbar Grund genug, um mich geradewegs nach Thailand zurück abzuschieben. Meine ursprünglich geplante Reiseroute war somit nicht mehr realisierbar. Kurzum entschloss ich mich, nach Laos und vielleicht weiter nach China zu reisen. Die Fahrt im "Goldenen Dreieck" entlang der laotischen Grenze verzauberte mich mit ihren mystischen Bergen und ihrer geheimnisvollen Kultur. Schließlich erreichte ich die Ufer des Mekong und die Freundschaftsbrücke nach Vientiane. Am 23.01.2003 verließ ich Thailand nach Laos.

Der Rechtsverkehr war die auffälligste Veränderung in Laos. Auf den zweiten Blick erkannte ich die bittere Armut dieses Landes. Außerhalb der Stadt gab es fast keine Häuser aus Stein mehr, die Kinder trugen nur Lumpen am Körper, wenn sie überhaupt Kleidung hatten. Nachdem ich einige unvergesslich schöne Tage in der Hauptstadt Vientiane verbracht hatte, fuhr ich mit dem Visum für China in der Tasche nach Norden. Je weiter ich mich von der Stadt entfernte, desto ärmer waren die Leute und desto weniger zu essen gab es. Suppe und Klebereis konnten meine hohen Energieansprüche kaum noch abdecken, ganz im Gegensatz zu den leckeren Baguettes in Vientiane - ein Erbe aus der Zeit der französischen Kolonialherrschaft. Auf dem Weg nach Luang Phrabang überstiegen die Bergpässe schon bald 1.400m. Die kleine Stadt am Mekong ist berühmt für ihre prunkvollen Tempelanlagen. Ich stieg hier auf ein Boot, das mich weiter nach Norden, nach Pakbeng bringen sollte. Nach einigen technischen Schwierigkeiten konnte ich meine Reise dort einen Tag später in Richtung China fortsetzen. Ich musste jedoch von Tag zu Tag feststellen, dass sich mein körperlicher Zustand merklich verschlechterte und ich zu Schluss in einem kleinen Gasthaus stoppen musste, weil ich mein Rad kaum noch halten konnte. Einen Arzt gab es hier nicht, also stieg ich am nächsten Morgen in den "Bus" nach Louang Namtha nahe der chinesischen Grenze, wo man mir nach einer Blutprobe die befürchtete Diagnose brachte: Malaria Tropica. Erst nach 10 Tagen Bettruhe mit der neuesten chinesischen Medizin war ich wieder stark genug, um meine Reise fortzusetzen. Auf den letzten Kilometern in Laos lief mir Scott, ein in Tokio lebender Australier, über den Weg. Nach ein paar Worten entschloss er sich spontan anstatt nach Nordlaos, mit nach China zu fahren. Also fuhren wir am 19.02.2003 gemeinsam nach China.

<< was vorher war

Ausrüstung