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Im April 2001 saß ich im Flugzeug nach Sydney. Ich wollte Australien 6 Monate lang im Sattel meines Fahrrades erleben, ehe ich nach Deutschland zurückfliegen würde. Dass meine Reise später zwei Jahre und mehr als ein Dutzend Länder länger werden würde, hatte ich nicht gedacht...

Die Freude am Fahrradfahren währte nur kurz - nach nur einem Monat auf dem roten Kontinent brach ich mir das Bein. Nach einem weiteren Monat Krankenhaus und Erholung in Canberra stand ich mit Auto am Flughafen von Sydney: Meine Schwester Christiane hatte sich entschlossen, sich mir anzuschließen. Gemeinsam rollten wir durch Queensland nach Norden. Von Townsville durchquerten wir das Outback in Richtung Alice Springs und Uluru (Ayers Rock). In Darwin trennte sich Christiane schweren Herzens von Australien, ich verkaufte das Auto und trat die endlose Reise per Fahrrad durch Westaustralien an. Im Dezember 2001 erfuhr ich, dass mein Bruder Raphael nach Neuseeland kommen würde. Also flog ich von Perth anstatt zurück nach Frankfurt weiter nach Auckland.

Pünktlich an meinem Geburtstag stieg Raphael verschlafen in Christchurch aus dem Flugzeug. Unser Ziel waren zunächst die Südlichen Alpen, wo wir schweißgebadet Mt. Aspiring und später Mt. Cook, den höchsten Berg der Insel, bestiegen. Im Süden schlugen wir uns später durch den Dschungel von Stewart Island bevor uns der Wind durch den traumhaften Märchenwald der Westküste hinauftrieb. Raphael zog es zurück in die Berge und ich fand Arbeit in Nelson. Neue finanzielle Möglichkeiten eröffneten neue Welten und ließen mich von Asien träumen...

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bali landete ich im November 2002 in Singapur. Berauscht von Kultur und Tropen trieb ich durch Malaysia und Thailand bis nach Bangkok. In den Bergen Nord-Thailands erfrischte mir das Klima die Sinne obwohl mein Einreiseversuch nach Myanmar scheiterte. Also änderte ich meine Planung von Burma und Indien in Laos und China. Die Malaria hielt mich länger als gedacht im Urwald von Laos, sodass ich erst im Februar 2003 die Grenze nach China passierte.

Gemeinsam mit Scott, einem in Tokio lebenden Australier, trat ich den in zweierlei Hinsicht atemberaubenden Ritt durch die Yunnan-Provinz an. Mehrere tausend Höhenmeter später trennten wir uns in dem kleinen Tibetischen Ort Dêqên. Scott musste zurück nach Tokio und ich bahnte mir meinen Weg durch das einsame Hochland der Sichuan-Provinz bis nach Xi'an in Shaanxi. Der Weg nach Peking war nicht mehr weit aber durch die Schwierigkeiten, die SARS in jener Zeit verbreitete komplizierter als alles zuvor. Im Juni 2003 kaufte ich mir die Fahrkarte für die Transmongolische Eisenbahn nach Moskau.

Noch von den Eindrücken der 6-tägigen Zugfahrt bewegt, bummelte ich durch die sommerliche russische Metropole. Erst in St. Petersburg stieg ich wieder in den Sattel und radelte in Richtung Baltische Staaten. Langsam begriff ich meine Rückkehr nach Europa und erreichte Polen schneller als meine Gedanken folgen konnten. Aber ich fuhr weiter in Richtung Slowakei und Tschechien. Ab Prag trat ich die Heimreise gemeinsam mit Raphael an. Ich erreichte Dresden im August 2003.

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