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Nirgendwo

Das letzte Mal hatte ich aus Bolivien geschrieben, das ist nun schon wieder eine Ewigkeit her. In Villazon, der Grenze zwischen Argentinien und Bolivien, hatten wir uns entschieden per Zug weiter in Richtung La Paz zu reisen. Die Strassen ueber das Hochland sind noch immer ungeteerte, sandige Ruettelpisten, die wir uns auf 4000m Hoehe nicht antuen wollten. Stattdessen lehnten wir uns in den bequemen Sitzen des Expreso del Sur zurueck, um das ewige Hochland Boliviens, den Altiplano, an uns vorueberziehen zu lassen. Der Zug schnaufte nur muehevoll ueber die mehr als 4000m hohen Paesse, schlaengelte sich durch tiefe Flusstaeler ehe wir endlich spaet in der Nacht Uyuni erreichten. Der kleine Ort mitten im Nirgendwo ist beruehmt fuer den nahegelegenen Salzsee, den Salar de Uyuni. Mit 12.106 qkm auf 3660m Hoehe ueber dem Meeresspiegel hat der Salzsee den groessten Salzvorrat der Erde. Man hatte das Gefuehl, mitten auf einem riesigen Schneefeld zu stehen und dabei komplett alle Relationen von Groessen und Entfernungen verloren zu haben.

Irgendwo in der Ferne krochen schwarze Punkte ueber die blendend weisse Salzflaeche, die man uns als Busse erlaeuterte, die auf dem Weg ueber den See in Richtung Chile waren. Mitten auf dem See hatte man ein kleines Hotel errichtet, das komplett aus Salz gebaut war. Boden, Waende, Tische, Sitzbaenke, Betten… alles aus Salz. Zum Glueck war die Schokolade hier ohne Salz, wenn auch zu gesalzenen Preisen. Von dort fuhren wir per Zug weiter ueber das Hochland bis nach Oruro, von wo die Strassen schliesslich wieder geteert sind.

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